Wie das Leben so spielt

Aus dem Leben einer ZFA oder: Warum starr ich immer auf die Zähne…

Viele Jobs sorgen ja dafür, dass der Mensch seltsame Eigenheiten entwickelt. Da wird als Hautarzt auf die Hautbeschaffenheit oder jeden kleinen Leberfleck geachtet. Oder als KFZ-Mechaniker wird jedes Auto doppelt und dreifach ausgehorcht.
Auch bei den zahnmedizinischen Fachangestellten gibt es diese Phänomene. Manches Mal ist man auch selbst davon genervt und wünscht sich, dass es anders wäre. Besonders, wenn es Dinge sind, die einem an anderen Leuten auffallen, die vielleicht nicht besonders angenehm sind, sollte man sie ansprechen. Deswegen staunt und schweigt eine ZFA ganz gerne mal, obwohl man den Menschen in Gedanken schon längst auf den nächsten Zahnarztstuhl gezerrt hätte.
Diese Gewohnheiten fangen schon bei einer normalen Unterhaltung mit einem Menschen an. Andere schauen zuerst auf die Augen, auf die Mimik oder auf den Mund selbst… eine ZFA starrt bei erster Gelegenheit immer direkt auf die Zähne. Das kann auch ganz unbewusst passieren. Besonders schlimm ist es dann bei Leuten, die es mit der Mundhygiene nicht so genau nehmen oder genommen haben. Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern, dass ich einmal einer Unterhaltung zwischen meinem Lieblingsmenschen und einem anderen Herren gefolgt bin und vollkommen fasziniert auf seinen einen verbliebenen Zahn im Unterkiefer gestarrt habe. Das Ding hat mich förmlich hypotisiert und in mir kamen unterschiedliche Fragen auf. „Wie kann er noch essen?“ „Ist da Karies dran?“ „Zahnersatz?!“. Wenn man wegen dieser Fragen im Kopf dem Gespräch schon gar nicht mehr folgt, kann das auch mal unangenehm werden.
Eine weitere Sache, die man als ZFA ganz gerne mal ins Auge fasst sind Dinge wie Zahnbürsten oder Zahnpasten. Ich persönlich werfe immer einen flüchtigen Blick auf solche Dinge, wenn ich irgendwo zu Gast bin. Was natürlich auch nicht heißt, dass man im Nachhinein etwas davon anspricht.
stichtagaugustdreizehn142_v-ARDFotogalerieSchlimm ist es auch, wenn jemand in der Umgebung anfängt, davon zu erzählen, dass er unglaubliche Zahnschmerzen hat. Da rutscht einem auch mal ein „Soll ich mal gucken?“ heraus. Wenn das nicht wirkt, lässt man sich gern haargenau die Art, Stärke und Region der Schmerzen beschreiben. Wenn man dann eine wage Diagnose stellt wird man oft angeschaut wie ein Auto und es wird einem versichert, dass man das mal abklären lässt. Das passiert natürlich ganz oft nicht. Aber was will man noch weiter sagen. Wenn der Zahn dann später ganz gezogen werden muss oder dergleichen denkt man sich ein wenig hämisch seinen Teil.

Das sind so die zwei schlimmsten Macken, die man als ZFA haben kann. Klugscheissen und auf Zähne starren. Bei meinem neuen Arbeitgeber habe ich nun auch noch eine ganz persönliche Macke von mir entdeckt. Ich trete gegen Spülunterschränke, wenn ich Wasser aus einem Wasserhahn will. In meiner Ausbildungspraxis gab es Fußschalter, gegen die man drücken musste, um Wasser zu bekommen. Nun sind es Bewegungssensoren an den Hähnen selbst. Da hört man nun ab und an mal ein eines „Tock“ gepaart mit einem gemurmelten „Ach man…“. Mal schauen, wann das wieder raus ist.

Ich bin mir jedenfalls sicher, dass es solche „Berufsmacken“ in jedem Job gibt.

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